Bratmann: „Rein bildungspolitisch ist das natürlich eine unbefriedigende Situation!“

Landtagsabgeordneter bringt Anfrage zu Schul- und Kita-Öffnungen ein

In der letzten Plenarsitzung des Niedersächsischen Landtags, brachte der Landtagsabgeordnete Christoph Bratmann (SPD) eine Anfrage an die Landesregierung bezüglich der Schul- und Kitaöffnungen ein.

„Nachdem die Rückkehr der Viertklässler und der Prüfungsklassen niedersachsenweit bereits weitgehend reibungslos verlaufen ist, ging es uns darum, den Eltern als auch den Schülerinnen und Schülern einen klaren Plan aufzuzeigen, wie und nach welchen Kriterien es nun weitergeht.“ Nennt Bratmann den Grund der Anfrage.

Die Frage von Christoph Bratmann welche Leitlinien und Grundsätze für den Wiedereinstieg in den Schulbetrieb, sowie die Ausweitung der Notbetreuung vorliegen, wurde anschließend von Kultusminister Grant Hendrik Tonne beantwortet. Der Kultusminister verwies in seiner Antwort auf die landesseitig herausgegebenen Rahmenrichtlinien und Hygienepläne für Schulen und Kitas, die aber auch den Trägern vor Ort Gestaltungsspielräume lassen, um passende Lösungen zu finden. „Der Gesundheitsschutz gilt für die Landesregierung als oberste Prämisse, welche auch kein „Hau-Ruck“ Verfahren zulasse“, so der Minister.

Geplant sei, dass ab Mitte Juni alle Jahrgänge der allgemeinbildenden Schulen wieder zurückgekehrt seien. Die Rückkehr passiert im Zwei-Wochen-Rhythmus: 3. Klassen sowie Neunt- und Zehntklässler ohne Abschlussprüfung kehren am 18.05. zurück, in der ersten Juniwoche folgen die 2., 7. Und 8. Klassen und ab 15.06. dann die 1., 5. Und 6. Klassen.

An den Berufsbildenden Schulen sollen ab 01.06. alle Bildungsgänge wieder im Präsenzunterricht sein.

Auch für die Kindertagesstätten liegt seit dem 04.05.2020 ein Plan für die schrittweise Ausweitung der Notbetreuung vor, so dass auch hier für die Einrichtungen, Eltern und Kinder eine Perspektive für die kommenden Wochen geschaffen werden konnte.

In der anschließenden Debatte wurde seitens der Opposition unter anderem auf die Sorgen und Nöte vieler Eltern hingewiesen, die den Spagat zwischen Kinderbetreuung und Homeoffice meistern müssen. Darüber hinaus wurde deutlich, dass bereits vorhandene Probleme der Bildungsgerechtigkeit sich durch die Krise verschärfen.

Dazu Christoph Bratmann: „Als Pädagoge und Bildungspolitiker sehe ich diese Probleme natürlich auch. Kinder, die kein gutes Lernumfeld zuhause haben, werden nun noch stärker benachteiligt. Guter Ganztag, handlungsorientiertes Lernen, frühkindliches Lernen von- und miteinander, gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf- all das wofür wir politisch in den letzten Jahren gestritten haben, ist gerade ausgesetzt oder findet nur eingeschränkt statt. Das ist rein bildungspolitisch natürlich unbefriedigend.

Im Vordergrund steht aber der Infektionsschutz, der uns zu einem schrittweisen Vorgehen zwingt. Vor diesem Hintergrund halte ich das Vorgehen der Landesregierung für umsichtig, nachvollziehbar und transparent.“ So Bratmann abschließend.